Edvard Grieg: In der Halle des Bergkönigs

Denkt man an Norwegen, kommt einem gleich die schöne Natur des hoch im Norden gelegenen Landes in den Sinn: dunkle Wälder, unberührte Wildnis und vor allem sind es die majestätischen Fjorde, die die norwegische Landschaft so einmalig machen. Doch wie klingt eigentlich Musik, die man als typisch norwegisch bezeichnen könnte? Genau das wollte der Komponist Edvard Grieg vor über 150 Jahren herausfinden. Mit seiner Musik wollte er die Natur, die Geschichte und die Poesie seiner Heimat »in Tönen malen«. Dafür ließ er manchmal auch Elemente der nordischen Volksmusik in seine Musik einfließen und schuf seine ganz eigene Fassung. Seine Werke machten den 1843 in der Stadt Bergen geborenen Komponisten schon zu Lebzeiten berühmt. Nicht nur in Norwegen, in ganz Europa gab es Aufführungen, die Grieg am liebsten selbst dirigierte. Auf einer seiner Reisen nach Italien lernte er dabei in Rom den Autor und Theaterregisseur Henrik Ibsen kennen. Was damals noch keiner ahnen konnte: Diese Begegnung sollte später zu einem beispiellosen Welterfolg führen – zur Musik von ›Peer Gynt‹!

Denn einige Jahre nach dem Treffen hatte Henrik Ibsen sein ursprüngliches Gedicht vom abenteuerlustigen Bauernsohn Peer Gynt in ein großes Schauspielstück umgearbeitet. Um die Wirkung des märchenhaften Geschehens auf der Bühne zu verstärken, bat er Edvard Grieg um eine entsprechende musikalische Untermalung. Der Komponist zeigte sich zunächst wenig begeistert von dem Auftrag. Zu düster und »unverdaulich« erschien ihm die Geschichte rund um die rastlose und ständig lügende Titelfigur. Dennoch, Grieg nahm den Auftrag an und schrieb mit insgesamt 26 Stücken einen der wohl eingängigsten und stimmungsvollsten Soundtracks des. 19. Jahrhunderts.

Die Uraufführung des Bühnenstücks fand am 24. Februar 1876 in Christiania statt, dem heuten Oslo. Trotz einiger Kritik erfreuten sich sowohl Stück als auch Musik großer Beliebtheit. Doch aus Sorge, dass die Schauspielmusik außerhalb von Norwegen nicht gespielt werden würde, stellte Edvard Grieg zwei Orchestersuiten – quasi ein Best-of ›Peer Gynt‹ – mit jeweils vier Stücken ohne Gesang zusammen. Darunter auch das Stück ›In der Halle des Bergkönigs‹, das mit seiner dramatischen Spannung die abenteuerliche Gefangennahme und Flucht Peer Gynts aus dem Reich des Trollkönigs musikalisch in Szene setzt.

Bis heute zählt das Stück zu den bekanntesten Kompositionen Edvard Griegs.

Tuttiaufnahme - Edvard Grieg: Eingespielt von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen