Das Stück und sein Erfinder

Georg Friedrich Händel: Hallelujah

Erst das Studium schmeißen und später mit eigener Musik zum Millionär werden? Davon träumen wohl auch heute viele Leute. Dem Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel gelang dieses Kunststück – und das vor 300 Jahren. Anders als viele seiner Kollegen war Händel schon zu seinen Lebzeiten ein beliebter und viel beschäftigter Komponist. Zu seinen größten Fans gehörte zum Beispiel der damalige König von England, George I. Rund 600 musikalische Werke hat Händel insgesamt geschaffen. Darunter eines, das bis heute auf der ganzen Welt aufgeführt wird und fast jede*r schon einmal gehört hat: das ›Hallelujah‹!

Das Stück ist Teil eines großen dreiteiligen Oratoriums, des ›Messias‹, das Händel 1741 komponierte. Ein Oratorium ist ein musikalisches Werk für Orchester und Gesang. In aller Regel haben die Gesangstexte von Oratorien einen christlichen Inhalt. So auch im Fall des ›Messias‹, in dem es um die Geschichte von Jesus Christus geht. Das berühmte ›Hallelujah‹ erklingt am Ende des zweiten Teils. Übersetzt bedeutet Hallelujah ›Lobt den Herrn‹. Die Redewendung kommt aus dem Hebräischen – also der Sprache, in der die ältesten Texte der Bibel ursprünglich einmal geschrieben wurden. Hallelujah ist demnach schlicht ein Freudenruf und eine Aufforderung, Gott zu bejubeln.

Auch in der mitreißenden Hallelujah-Komposition von Händel jubelt ein vierstimmiger Chor, was das Zeug hält! Das gefiel dem Publikum schon im Jahr 1742 bei der allerersten Aufführung des ›Messias‹. Es sei das »vollkommenste aller Musikstücke«, welches »Herz und Ohr« gleichermaßen verzaubere, schrieb damals ein Kritiker in der Zeitung. Zu dieser Zeit lebte der im Jahr 1685 in Halle an der Saale geborene Händel bereits lange in England, wo er 1727 auch eingebürgert wurde. Im Alter von 74 Jahren starb er in London, nachdem er Jahre zuvor komplett erblindet war. Dass der erfolgreiche Händel auch eine soziale Ader hatte, zeigt noch diese Geschichte: Die Einnahmen der Uraufführung des ›Messias‹ spendete der Komponist – an eine gemeinnützigen Krankenstation, an ein Krankenhaus und an eine Gesellschaft für entlassene Häftlinge. Auch dort wird man sich über den Geldsegen sehr gefreut haben. Vielleicht mit einem lautstarken »Hallelujah«!

Als besondere Partner haben wir in der zehnten Runde des Music Swap Lab dem Deutschen Chorverband und das Bayerischen Junior Ballett mit dabei.

Tuttiaufnahme: Georg Friedrich Händel: Hallelujah